D a s  G ü n t e r l i e d


(614-911)

 

 

 

 

 

 

 

Aufgefunden, sortiert und kommentiert

von der Forschergruppe „Günterlied“

 

im Auftrag der Karolingischen Kommission

 unter Leitung von Gerd Unverfehrt

 

unter Mitwirkung von Johannes Seppi und Hannes Zach

 

herausgegeben von Einhard

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verlag Größen & Wahn

Andernach 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt

 

1.            Warnung 

2.            Kurzbiographie Ritter Günters 

3.            Die Fragmente des Günterliedes  

3.1       Vorbericht 

3.2       Günters Geburt und Taufe 

3.3       Günter in der Schule 

3.4       Günter aus der Schule 

3.5       Günters erste Liebe 

3.6       Günter erhält den Ritterschlag 

3.7       Ritter Günter auf Reisen 

3.7.1    Ritter Günter in Spanien 

3.7.2    Ritter Günter bei den Moskowitern 

3.7.3    Ritter Günter in New York 

3.7.4    Ritter Günter auf Titan 

3.7.5    Ritter Günter in Bayern 

3.8       Ritter Günter im Feldlager 

3.8.1    Die Festung DE-SCI-GE 

3.8.2    Ritter Günters Kampfgefährten      

3.8.3    Ritter Günter und die Wacht am Rhein 

3.8.4    Die Anti-Günter-Eingreif-Truppe 

3.9       Ritter Günter und die Ritterkultur 

3.9.1    Ritter Günter und die Kunst 

3.9.2    Ritter Günter und die Höflichkeit 

3.9.3    Ritter Günter und die Lexika 

3.9.4    Ritter Günter und die Wissenschaft 

3.9.5    Ritter Günter und das Internet 

3.10     Gebet für Ritter Günter 

3.11     Letzte Worte an Ritter Günters Grab 

                  4.         Beifälschungen 

                  4.1       Urkunden zu Ritter Günters Steigbügelhalter Kellerassel              

4.2           Das Nibelungenlied 

4.3           Muselmanische Geschichtsschreiber 

5.            Übersetzungen und Varianten 

5.1           Das Günterlied auf Althoch-Tibetanisch [666]  mit Neuhoch-Deutscher  Parallel-Übersetzung

5.2           Die „Schüttbier“-Fassung (um 800) 

6.         Literatur 

7.         Register

7.1       Namen

7.2       Orte

7.3       Sachen

 

 

 

 

 

 

 

1. WARNUNG AN ALLE ELTERN

 

„Günter war ein braver Mann“.

Mit diesen Worten fängt es an,

das Märchen von der PE-HA-ZET.

 

Wer dieses Märchen hätt’,

kann abends vor dem Bett

den Kindern was erzählen

 

und damit Kinder quälen.

Eltern, die dies Lied erwählen,

das böser ist als „Struwwelpeter“,

 

sind schlechte Mütter, schlechte Väter,

ja, gar rechte Übeltäter.

Drum nehmet dieses Günterlied

 

(so heimlich wie auch Fotz’ und Glied)

des Nachts unter die Decken.

Und Vorsicht dann beim Hecken:

Nicht mit Fatz anstecken! [1]

 

 

[1] Fatz: Volkstümliche Abkürzung für PHZ, i.e. Dementia Guenterensis (erschwerte Form des besonders gemeinen Illigismus).

 

 

 

 

2. Kurzbiographie Ritter Günters

 

Zu Andernach am schönen Rhein,

(genau gesagt: „Zum Eichenhain“

in Nummer Vierundvierzig)

da wohnt ein Mann, der irrt sich

- nie.

 

Mit Namen heißt er vorne „Günter“.

Dann kommt sogleich „Lelarge“ dahinter.

Sodann folgt immer das Wort „Illig“,

und Günter beugt, wie’s recht und billig

- die Knie.

 

Auch darf der große Karl nicht fehlen,

und mit ihm die Millionen Seelen,

die in der PE-HA-ZET nicht lebten

und trotzdem nach Geschichte strebten

- und wie!

 

Auch gab es niemals dieses AACHEN!

Dafür gab es MARIA LAACHEN!

Und darin gibt’s gar böse Bilder.

Nun schimpft der Günter immer wilder

- auf sie.

 

Dann schimpft er auf die Mediävisten,

die mit vielen tausend Listen

des Meisters ewigwähr’nde Lehren

boshaft untern Teppich kehren.

- Perfidie!

 

Und schließlich kommt dann ganz gewiß:

„D.S.A ist ein Beschiß.

D.S.G ist meine Gruppe.

Was Ihr meint, das ist mir schnuppe.

- Ihr Vieh“.

 

So verbringt der Herr Lelage,

seine Abende und Tage.

Immer schroff und niemals heiter.

Immer dumm und nie gescheiter.

Niemals Günter. Immer Illig.

Niemals denken. Immer billig

andrer Leute Kenntnis tanken.

Dafür soll’n wir uns bedanken?

- Nie!

 

 

 

 

3. Die Fragmente des Günterliedes

 

Mit Hilfe trüber Quellen, vor allem der Korrespondenz Ritter Günters (s. Bibliographie, S. 27) und der im Kloster des Hl. Heribert zu Mantis erfälschten Manuskripte (s. http://www.lelarge.de) konnten die im Günterlied enthaltenen Nachrichten über diesen karolingischen Helden weitgehend verifiziert werden.

 

Herausgeber und Mitarbeiter sind überzeugt, dass ihre Aufgabe des Suchens, Sammelns, Sortierens, Verifizierens, Kommentierens, Edierens und Geldkassierens mit dieser Ausgabe nicht abgeschlossen sein wird. Die Zeitschrift „Ritter Günters Seitensprünge“ wird über neue Forschungsergebnisse berichten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3.1 Vorbericht

 

Dieses schöne Günterlied

wurde nicht – wie’s oft geschieht –

gefälscht von bösen Buben

in ihren Klosterstuben.

 

Dieses Lied erzählt die Wahrheit.

Das sei mit der nöt’gen Klarheit

an den Anfang hier gestellt,

bevor das Lied geht in die Welt.

 

Des Ritter Günters Abenteuer

sind manchem Leser nicht geheuer:

„So viele hats gegeben,

da reicht kein Menschenleben!“

 

Gemach, Du Zweiflerseele,

es stimmt, was ich erzähle.

Denn Ritter Günter wird schon bald

fast dreihundert Jahre alt.

 

Solange Günter lebt auf Erden

wird dieses Lied nicht fertig werden.

 

 

 

 

 

3.2 Günters Geburt und Taufe

 

Schon an des Daseins erstem Tage

war Günter eine rechte Plage.

Den ganzen Tag rief dieser Knilch:

„Mütterchen, gib mir doch Milch!“

 

Die Mutter konnt’ ihn nicht verstehn

(sein Russisch war auch gar nicht schön),

und so musste Günter dürsten –

Entbehrung macht den Geistesfürsten.

 

Als Günter in die Wochen kam

wollt geben man ihm einen Nam’.

Weiß war das Kleidchen, weiß das Häubchen.

Darauf lag nicht ein einzig Stäubchen.

 

Zur Taufe eilten alle schon.

Es saß der hoffnungsvolle Sohn

auf dem Schoß von Papa Ritter.

Plötzlich nahte ein Gewitter.

 

Als kräftig kracht ein Donner-RUMPLER

tat das Streitroß einen Humpler,

und das Kind fiel von dem Pferde

mit dem Kopf voran zur Erde.

 

Damit war die Taufe aus

und man zog betrübt nach Haus.

Die Folgen dieses Falles

erklären später wirklich Alles.

 

 

 

3.3 Günter in der Schule

 

In Fragment 3.3 klärt sich die bisher ungestellte Frage, warum Ritter Günter fast sein ganzes Leben von schwerer Karolingiotie befallen war. Idiotie (von griech. ιδιοτες, der Privatlebende) verunmöglicht dem Patienten jede Bildungsfähigkeit. Gerüchteweise verlautet, dass Ritter Günter aus diesem Grunde mit dem Versuch gescheitert sei, an einer romkirchlichen Klosterschule zeitgenössische, das heißt: mittelalterliche Geschichte zu unterrichten.

 

 

Als Günter in die Schule kam

er Platz auf seinem Stuhle nahm.

Der Lehrer lehrt mit guten Worten

das Lesen, Schreiben, Rechnen dorten.

 

„Karl“ war des Lehrers edler Nam’,

der von des Vaters Namen kam.

Der Günter, diesmal gar nicht faul,

quakt laut mit seinem Breitfroschmaul:

 

„Karl der Große

macht sich in die Hose,

Karl der Kleine

macht sie wieder reine“.

 

Der Lehrer Karl, der dies vernimmt,

ist sichtbar ziemlich missgestimmt.

Weil Karl ihm auf die Klappe haut,

beschwert sich Günter lang und laut.

 

Und Günter denkt: Ich räche mich.

Zur Strafe werde Lehrer ich.

Und alle Professoren

zieh ich an ihren Ohren.

 

Vor allem werd ich dieses tun:

Ich werde niemals nimmer ruhn,

alle Karls und ihre Sippen

in die Vergessenheit zu kippen.

 

Dieses Ziel vor seinen Augen

(auch wenn die Mittel gar nichts taugen)

setzt fort sich Günters Lebenslauf.

Und damit hör’n wir erstmal auf.

 

 

 

3.4 Günter aus der Schule

 

Als Günter die Andernacher Klipp-Schule verließ (glaubwürdige Quellen sagen: verlassen musste), hätte er ein Handwerk erlernen, eine Universität besuchen, an der Volkshochschule einen Ritterkurs belegen oder etwas anderes, jedenfalls Sinnvolles, tun können. Günter, der Noch-nicht-Ritter, entschied sich hingegen für absoluten Irrsinn.

 

Das Folgende aus dem Tagebuch seiner Mutter (Abschrift in Times Roman nach karolingischen Minuskeln. Das Tagebuch wurde nach erfolgter Abschrift von der Alt-Pergament-Verwertungs-Behörde vernichtet).

 

 

Als Schüler Günter lobesam

ans Ende seiner Schulzeit kam,

da sprach zu ihm die Frau Mama:

„Du gehst jetzt weg, und ich bleib da

 

in diesem trüben Andernach.

unter Deines Vaters Dach“.

„Nun wein nicht, liebes Mütterlein“,

so klang es damals, zart und fein,

 

„ich bleibe bei Dir, denn ich wett’,

der Illig hängt am Internet.

Die Schlachten, die wir beide wagen,

die können wir am Bildschirm schlagen.

 

Was soll ich denn schon außer Haus?

Ich such’ aus Illigs Büchern raus

was Ritterhelden wissen müssen.

Und unsre Feinde müssen wissen:

 

Ich spiele doch mit Jan den Ritter.

Für unsre Feinde wird das bitter.

Er hat die „schärfste Waffe“ da:

Das Wunderschwert heißt LEX-EM-A“.

 

 

 

 

 

 

 

 

3.5 Günters erste Liebe

 

Erneut erlebt Günter ein schweres Trauma: Nach dem Sturz vom Pferde und nach der Ohrfeige des Lehrers Karl. Und wer weiß, was in seiner Kindheit noch geschehen ist, denn die Psychologie des Kindes beginnt bereits beim Töpfen.

 

 

Günter liebte eine Sie.

Deren Name war Sophie.

Und weil alle Ritterknaben

mindestens das Graecum haben

 

wusste Günter, dass Sophie,

seine heißgeliebte Sie,

auf gut Deutsch „Die Weisheit“ sei.

Ihr Körper war ihm einerlei.

 

Kurven sind, wie er das nennt,

niemals ein „Sachargument“.

Und damit fängt bei diesem Mann

der Anfang von dem Ende an.

 

Günter sprach zu seinem Schatze

an einem ganz geheimen Platze:

„Wie hältst Du es mit Karl dem Großen?“

„Dem Großen biet ich meinen Schoßen!“

 

Günter ist zuerst verdutzt.

Dann fühlte er sich ausgenutzt:

Statt Weisheit zu erlangen,

Frauenarme ihn umfangen.

 

Und so steht dem armen Tor

die Weisheit immer noch bevor.

 

 

 

3.6 Günter erhält den Ritterschlag

 

Daraufhin erfolgte Kompensation durch den weisen Altritter Dr. Illig. Man kann sich vorstellen, dass Günter nach dessen Initiation in den Ritterorden der Illigisten aufblühte wie ein Rosenbeet am Sommermorgen.

 

 

Nach dieser Pleite, meinertreu,

wurde Günter etwas scheu.

„Mit der Sophie ist nichts mehr.

Wo kriege ich jetzt Weisheit her?“

 

 

Dann dachte er an Gräfelfingen.

Womöglich mag es dort gelingen,

zu lernen bei Altritter Illig.

Ein solcher Kurs ist gar nicht billig.

 

Herr Illig nahm ihn gerne an:

Als Knappe, dann als Rittersmann.

Bevor er ihn zum Ritter schlug,

Herr Heribert den Günter frug:

 

„Wirst Du auch immer zu mir halten?

Wirst Du auch immer bei mir sein?“

Und Günter sang den Song, den alten:

„Fest steht und treu die Wacht am Rhein“.

 

Nach erfolgtem Ritterschlach

Kehrt er zurück nach Andernach.

Von hier aus wird er weiter kämpfen.

Selbst Weisheit wird den Kampf nicht dämpfen.

 

 

 

 

3.7 Ritter Günter auf Reisen

 

Von Günters märchenhaften Reisen zu Lande, zu Wasser und in der Luft berichten die überlieferten Fragmente nur vereinzelt. Von einigen historisch verbürgten Fahrten, wie zum Beispiel seinem Ritt auf dem Salzkometen, fehlt hier jede Spur. Dies ist umso bedauerlicher, als Ritter Günter sich bei dieser Geschichte als würdiger Vorgänger des Baron von Münchhausen erweist, der es nur auf eine Kanonenkugel schaffte.

 

 

 

3.7.1 Ritter Günter in Spanien

 

[Fragment 3.7.1.1: Fundleere bei Fielmann]

 

Günter liebt die Spanier sehr,

drum reist er dort auch hin und her.

Zu finden, sagt er, sei sein Wille.

Doch leider fehlt ihm eine Brille.

 

 

[Fragment 3.7.1.2: Ritter Günter trifft Don Quichotte]

 

Als Ritter Günter lobesam

Dereinst mal in die Mancha kam,

traf er auch Sancho Pansa an

und bat ihn: „Komm mal, lieber Mann.

 

 

Wo sind die Karolinger hier?

Gib Antwort mir. Dann gibt’s ein Bier“.

Der Sancho sagte: „Herzlich gern.

Da gehn wir mal zu meinem Herrn“.

 

Herr Don saß auf der Rosinante,

die wild auf eine Mühle rannte.

Und Günter sprach an diesem Ort:

„Was ist das für ein schöner Sport!“.

 

Dies ward alsbald, ja fast sofort,

ein allbekannt geflügelt’  Wort.

Seitdem spielt Günter Flügelmann

im Team von Dieter Bruegelmann.

 

 

 

3.7.2 Günter bei den Moskowitern

 

Russland ist ein weites Feld: Angefangen von den zehntausenden von Güterzügen mit aufblasbaren Flugpanzern an der Westgrenze zu Polen bis hin zu den erst kürzlich schockgefrorenen Mammuts im sibirischen Osten. Leider ist die Überlieferung des Günterliedes in Moskowitischer Hinsicht noch recht spärlich.

 

 

So ist das manchesmal im Leben.

Mal steht man hier. Mal gleich daneben.

Daneben steht der Günter gerne.

Sucht Erdöl selbst auf fernstem Sterne.

 

Zählt Russlands Bäume, misst die Dicke,

auf dass die Artillerie sich schicke,

um Birkenstämme rumzuschießen.

Man möge Günters Scherz genießen!

 

 

 

3.7.3 Ritter Günter in New York

 

Als dereinst die FIRMA patzte

und das WTC zerplatzte,

fand sich zur Erklärung ein

auch der Ritter (Günter)-lein.

 

-lein: das war sein Pseudonym.

Ohne dieses hätten yhm

die Amis gar nicht reingelassen,

weil sie die Indianer hassen,

 

 

 

wie die Briten die Iraker

und die Griechen einst die Thraker.

Jedenfalls macht es PENG PENG.

Plötzlich wird es etwas eng.

 

Selbst die Herrn der Feuerwehr

finden keinen Ausweg mehr.

Und Ritter Günter weiß gewiß:

Das Ganze ist ein Mordsbeschiß.

 

 

 

3.7.4 Ritter Günter auf Titan

 

Günter liebt den Weltraum sehr.

Zwar gibt es keine Landung mehr

auf des Mondes grünem Käs’.

Aber völlig zeitgemäß

 

Hat er die Bilder seiner Lieben,

- am Apple auf CD geschrieben -

in den Weltraum reingeschickt.

Endlich hat mal was geglückt.

 

Dann kam die Sache mit Cassini.

Mit einem Eifer wie noch nie nie

sucht Ritter Günter tiefe Seen,

die aus Erdöl nur bestehn.

 

Niemand kann dies recht bestreiten.

Denn bisher sah aus großen Weiten

man nur des Saturnus Mond.

Hat nun Cassini sich gelohnt?

 

Der SPIEGEL brachte dieses an:

„Dort oben riechts wie an der Tanke“.

Da rief der Günter lauthals: „Danke.

Ich habs gewusst. Ich Hirn-Titan“.

 

 

 

3.7.5 Ritter Günter in Bayern

 

[Fragment 3.7.5.1: Der Klosterkomet]

 

Er reiste durch das Bayerland,

wo er keine Klöster fand.

Stattdessen fand er den Kometen,

der schwer zerstört den Erdplaneten.

 

 

Den edlen Ritter, ei der Daus,

erfasste ein gar schröcklich Graus.

„Nun sitz ich wirklich in der Klemma.

Wie komme ich aus dem Dilemma?“.

 

Gefragt – getan: „Ich sage schlicht:

Die Klöster gab es wirklich nicht.

Denn des Weltraums Übeltäter

Kam dreihundert Jahre später“.

 

So sieht Günters Logik aus:

Zuerst baut er das Dach vom Haus

Und wundert sich, dass es nicht steh’.

So ähnlich war’s beim WTC.

 

 

[Fragment 3.7.5.2: Neues von der Fundespost]

 

Dann gibt es Forchheim fern in Bayern.

In Forchheim gibt es nichts zu feiern,

und zwar, sagt Günter, mangels Fundes.

Ganz andres weiß die Post des Bundes.

 

 

 

 

3.8 Ritter Günter im Feldlager

 

Ritter Günters Sträuße sind Legende. Die amerikanische Historikerin Google Groups nennt 22.500 Gefechte, die Ritter Günter geschlagen hat (vgl. Bibliographie, S. 27). Die bisher aufgefundenen Fragmente berichten nur über einige seiner Niederlagen. Es wird dringend gebeten, weitere Fragmente zu suchen und diese für die Veröffentlichung in der Zeitschrift „Ritter Günters Seitensprünge“ zur Verfügung zu stellen.

 

 

3.8.1.  Die Festung DSG

 

Irgendwo im Land DE

Steht die Festung DE-SCI-GE.

Günter will es nicht gelingen,

in die Festung einzudringen.

 

Finster sucht er dunkle Wege.

Zum Beispiel, dass das.VAU vermöge,

ihn klammheimlich umzuleiten,

um in die Festung einzureiten.

 

Doch die Verteid’ger sind gewitzt.

Noch mehr: Sie sind sogar verschmitzt

Nicht stets gelingts, jedoch fast alle

stellen ihm die Abseitsfalle.

 

Dann steht der Ritter in der Gruppe

als rede er mit seiner Puppe:

Nur die allerdümmsten Kälber

antworten sich gerne selber.

 

 

 

 

3.8.2 Ritter Günters Kampfgefährten

 

Einige bisher unbekannte Details zu Günters Freundeskreis und Gesundheitszustand konnten dank des im Brandenburgischen befindlichen Geheimarchivs eines uralten Fräuleins aus karolingischem Uradel erschlossen werden.

 

 

[Fragment 3.8.2.1: Ärztliches Bulletin]

 

Der Günter hat es mit den Fakten.

Doch Fakten stehn nicht in den Akten.

Fakten stehn bei Hans-E. Korth,

der kürzlich erst zerbröselt word.

 

Vergessen sei nicht Uwe Topper

Vom andern Klub der Zeiten-Hopper.

Der Günter lobt ihn voller Lust:

Zwei Seelen hat er in der Brust.

 

Das ist ein wenig schizophren.

Vor allem, wenn wir Veli sehn.

Der bringt die dritte These an.

Und Günter glaubt auch diesem Mann.

 

Selten ist Trizophrenie.

Aber „selten“ ist nicht „nie“.

Velikovski, Topper, Illig:

Günter folgt drei Spinnern willig.

 

 

[Fragment 3.8.2.2: Von Wapplern]

 

Zum Fanclub zählt der Blüml Heinz,

Erfinder des „(in Worten: 1)“.

Heinz BE behirnt, dass Günters Geist

Dem seinen gleiche. Was Nichts heißt.

 

 

 

 

 

 

[Fragment 3.8.2.3: Nochmal von Wapplern]

 

In Würzburg schmeckt der Wein so fein.

Das kommt vom Wasser aus dem Main.

An manchem Tage träumt JOT BE

nach reichlich Wein von Delta_T.

 

Hans Bolte hätt’ ich fast vergessen,

der auch in Günters Kreis gesessen:

Ein bisschen dumm und noch mehr rechts.

Und wenn er schreibt, schreibt er was schlechts.

 

 

[Fragment 3.8.2.4: Illig sei Dank]

 

JOT BE aus WE hat sich beschwert:

„Da dieser Doktor Unverfehrt

nicht nett ist, sondern ganz gemein,

kommt er in meinen Filter rein

 

Da sitzen schon -zig andere Leute,

die Fun-da-men-ta-li-sten-Meute.

Ich lese die nicht, die sich irren.

So können sie mich nicht verwirren.

 

Die reine Lehre ist mir heilig:

Erleuchte Alle, Illig, eilig,

und schiebs nicht auf die lange Bank.

Wir werden siegen. Gott sei Dank“.

 

 

 

 

3.8.3 Ritter Günter und die Wacht am Rhein

 

Fest steht und treu in Andernach

ein Ritter namens GE Lelach.

Er hütet aller Spinner Erbe,

auf dass die Spinnerei nicht sterbe.

 

Sein Feind sind die „Bekanntlichkeiten“.

Das sind die großen, langen Seiten

die man in Büchern finden kann.

Zu Lesen fängt er gar nicht an.

 

Er scannt die Seiten seitenweise.

Meist scannt er allergrößte Sch****,

die er dann ins Usenet kübelt –

Was mancher ihm zu recht verübelt.

 

 

Das Kübeln hat den einen Zweck:

Die Karolinger müssen weg.

Und weil das mancher anders sieht,

singt Ritter Günter dieses Lied:

 

„Lieb Heribert, magst ruhig sein,

Fest steht und treu die Wacht am Rhein.

Die Wa-hacht am Rhein.”

 

 

3.8.4. Die Anti-Günter-Eingreif-Truppe (AGET / ei-dschett)

 

 

[Fragment 3.8.4.1: Personaldossiers]

 

Der Bruegmann schreibt als Dadaist.

Der Günter nennt das größten Mist:

„Mit seinem blöden ‚Kopf und Flügel’

lügt Bruegmann mehr als selbst der Luegel“.

 

Gar übel ist der Hannes Zach.

Der „Zaches“: Günters Weh und Ach!

Das ist der Ärger dieses Mannes:

Was er nicht kann – Der Hannes kann es!

 

An Gemeinheit noch viel ärger,

ist der „Hotte“ Enzensberger,

weil er klug und sachlich ist,

dieser Rom-Mist-Mediävist.

 

Und dann kommt der Unverfehrt!!!!!!

Nennt Einhard sich. DAS IST VERKEHRT!!!!!

Fälscht wie ein echter Karolinger!!!!!!

Dieser Pups- und Stinkefinger!!!!!

 

SCHLIESS-LICH DIE-SER CHA-LA-DEK!

Das ist doch wohl der letzte Dreck!

Erdreistet sich, die Wahrheits-Seiten

im Usenet weltweit zu verbreiten!

 

Wehe Euch, ihr andern Leute:

Werdet auch noch Ritters Beute.

Müßt dann Lösegeld bezahlen.

Und das wird für Euch nicht billig:

Pro Kopf sind das Tausend Illig

- ganz abgesehn von meinem Prahlen.

 

 

 

 

[Fragment 3.8.4.2: Gedicht auf -icht]

 

Der Unv. das ist ein dummer Wicht.

Er glaubt dem großen Günter nicht

die Mär von der Phantomgeschicht.

 

Und selbst wenn Illig selber spricht,

so hat für Unv. das kein Gewicht,

denn da spricht nicht das Weltgericht.

 

Da spricht ein düsteres Gesicht

verstiegenen Geschichtsbericht.

Und damit endet das Gedicht.

 

 

 

 

 

3.9. Ritter Günter und die Ritterkultur

 

Über Ritter Günter und die Ritterkultur wird sogleich ausführlicher berichtet. Überliefert, aber bisher nicht durch das Günterlied belegt, ist seine Liebe zur Alchymie. So hat er aus Gold Erdöl gewonnen und CO2 in hochkomplexe Kohlenwasserstoffe verwandelt. Die Gold-Affäre hat ihn übrigens an den Rand des (geistigen) Bankrotts gebracht.

 

 

 

3.9.1 Ritter Günter und die Kunst

 

Eine ganz besondere Rolle im Leben Ritter Günters spielen die schönen Künste. Er hat zwar keine Ahnung von Kunst und Kunstgeschichte. Aber immer dann, wenn er ein Bild sieht, macht er die Klappe auf (die Klappe seines Helms natürlich) und fällt in hymnischem Kunstminnesang von seinem Klepper.

 

 

[Fragment 3.9.1.1: Günter versteht Kunst]

 

Günter ist sehr kunstbeflissen.

(Deswegen hab’ ich ausgeschissen J).

Er kennt perfekt die Kunstgeschichte.

Ich berichte:

 

„Giotto“ ist ein Süßgebäck,

„Raffaello“ dient dem Kleidungszweck,

Und „Bosch“? Das ist ein Hausgerät.

Weil Boschs Name darauf steht.

 

„Da Vinci“ heißet eine Stadt,

wo’s keinen Leonardo hat.

(„Wo’s hat“ schreibt Günter wirklich gerne.

So „hat es Erdöl“ auf dem Sterne.)

Bei „Rembrandt“ fällt Bugatti ein

Doch „Ford Fiesta“ kann nicht sein

Und zwar, weil – man ahnt es schon –:

Der fehlt im Künstlerlexikon.

 

Günter kennt nur FAKTEN FAKTEN.

Sie stammen meist von stark Beknackten.

Ist jemand völlig abgedreht,

dann kommt der Günter: Der versteht.

 

 

[Fragment 3.9.1.2: Günter jodelt]

 

Bei Günter laßt Euch ruhig nieder,

nur gute Menschen haben Lieder.

Er jodelt gern „Bruha-hi-hi“.

Dieses Lied vergisst man nie.

 

 

 

3.9.2 Ritter Günter und die Höflichkeit

 

Obwohl Ideale wie „hôfelich“ (dem hofe gemäß, fein gebildet und gesittet) und „zuht“ (die edlere bildung des gemüthes, welche eine frucht der erziehung ist)  in der ritterlichen Ethik eine zentrale Rolle spielen, herrscht hierzu im „Günterlied“ absolute Fundleere. Sollte es so sein, dass das, „das dem wilden fehlt“, nämlich „sittlichkeit, bescheidenheit, selbstbeherrschung“,  auch Ritter Günter gefehlt hat?

 

           

 

 

3.9.3 Ritter Günter und die Lexika

 

Folgendes Fragment des Günterliedes, das von Günters Lexika berichtet, wurde der Forschergruppe „Günterlied“ von Schülern der Ecole maternelle in Champs-de-la-Bataille-de-Tours-et-Poitiers übermittelt (nach der Regel, dass französische Ortsnamen umso länger sind, je kleiner der Ort ist, dürfte Champs-de-la-Bataille-de-Tours-et-Poitiers nur aus dem Kindergarten bestehen).

 

Dessen ungeachtet: Die hier mitgeteilten Strophen fanden sich auf Pergament-Papier (vulgo: Butterbrotpapier, frz. Papier de tartine). Eingewickelt in dieses Pergament-Papier war ein ausgehöhltes Stück Baguette. In der Höhlung gab es weder archäologische noch archivalische Funde, sondern nur frisch zubereitete Schenkel von Breitmaulfröschen.

 

 

[Fragment 3.9.3.1: Vom Opapa die Lexika]

 

Von seinem alten Opapa

geerbt hat Günter Lexika:

„Alle Lexika der Welt“ –

Solch Erbe spart viel Geld!

Dafür sind diese Lexika

vom längst verstorbenen Opapa

so aktuell wie Hardouins Lehre.

Ach! Wenns doch mal was Neues wäre!

 

 

[Fragment 3.9.3.2: Brille verlegt]

 

Günter hat die Lexika

und alle Bücher doppelt da.

Für jedes Auge eines.

Warum nur liest er keines?

 

 

 

 

3.9.4 Ritter Günter und die Wissenschaft

 

Dem Günterlied integriert ist ein Lehrgedicht des Titels: „Werkzeuge des Historikers Günter“. Es sind daraus bisher folgende Fragmente bekannt geworden. Wir suchen weiter!

 

 

[Fragment 3.9.4.1: nixx suchen, nixx finden]

 

Es lehrt der weise Historixx:

„Wer nixx sucht, der findet nixx“.

Wer, wie Günter, Trixx nur sucht,

wird von Historixx verflucht.

 

Erst nahm er sich den UNTERMANN

zur Brust. Dann kam der MANN daran.

MAN liest das nach, und ohne Frage:

Es täuscht und trickst der GE Lelage.

 

Und schließlich gibt’s noch den Sven Schütte.

Auch der schrieb über Karlos Hütte.

Der Günter hat ihn „ausgedeutet“;

Er meint wohl richtig: ausgebeutet.

 

 

[Fragment 3.9.4.2: Von der Gelduhr]

 

Herr Ibert Illig weiß gewiß:

Die PE-HA-ZET ist ein Beschiß.

Doch weil er was von Geld versteht,

hat er an der Uhr gedreht.

 

Ein Sätzchen hier, ein Sätzchen dort –

Der Illig setzt die Sätzchen fort.

Und hinten kommt was andres an

als vorne jemand reingetan.

 

Wenn Illig einmal stille schweigt,

hilft Heinsohn, bis auch der vergeigt.

[Rest von einer anwandernden Ratte gefressen]

 

 

[Fragment 3.9.4.3: Der GRÖHAZ]

 

Nur manchmal irrt der Günter sich.

Zumeist in Hinblick auf sein „Ich“.

Wenn er sich für den Größten hält,

meint er den größten Depp der Welt.

 

Günter schmeißt mit Baustein-Texten.

Erst mit diesen, dann mit nexten.

Meistens trifft er voll daneben.

Doch dann wiederholt er eben.

 

 

[Fragment 3.9.4.4: Sprachgewalt]

 

Günter ist ein Orthograph.

Also schreibt er treu und brav:

„Das dich dass Mäußlein beis“.

Ob das wohl sein Duden weiß?

 

 

[Fragment 3.9.4.5:  Forschung mittels Schere]

 

„Und was nicht paßt, wird weggeschnitten.

Die Wahrheit ist nicht wohlgelitten

in unserem Schnipp-Schnapp-Kreise“,

sprach Heribert Prokrustes weise.

 

Und passt der Reim nicht? – Ungelogen,

dann wird er einfach hingebogen.

Hinbiegen ist nicht Dichters Mode.

Das ist die PE-HA-ZET-Methode.

 

 

 

3.9.5 Ritter Günter und das Internet

 

[Fragment 3.9.5.1: Kraut und Rüben]

 

Als Illig Günters Homepage sah,

da war er fast den Tränen nah:

„Bist Du des Wahnsinns fette Beute?

Du machst uns zum Gespött der Leute!“

 

 

Doch Günter, statt nun tiefbeschämt,

zu dieser Antwort sich bequemt:

„Natürlich ist das Kraut und Rüben.

Ich muß halt noch ein bisschen üben.

 

Und nun zu der Kritik, zu Deiner:

Das macht doch nichts – die liest doch keiner“.

Womit er seine Homepage meint.

Und Ritter Illig bleibt sein Freund.

 

 

[Fragment 3.9.5.1: Haß-Page]

 

Chladek heißt der Lieblingsfeind,

über dessen Homepage greint

Günter unverdrossen.

Ich habe sie genossen.

 

 

 

3.10 Gebet für Ritter Günter

 

Am Sonntag wird nicht spottgedichtet.

Am Sonntag wird Gebet gerichtet

an den wahren HERRN der Erden:

„O Gott! Laß Günter klüger werden“.

 

Beim HERREN nichts unmöglich ist.

Jedoch fragt auch ein frommer Christ:

„Wie soll aus einem Ochsen werden

ein kräft’ger Stier auf dieser Erden?“

 

Ein Rückschnitt dieser Art klappt nie.

Schon leichter ists, das Ochsen-Vieh

in einen Esel zu verwandeln.

Davon wird Einhard später handeln.

 

 

 

 

3.11 Letzte Worte an Ritter Günters Grab

 

Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, wurde folgendes Fragment des „Günterliedes“ eingebacken in einen chinesischen Glückskeks gefunden. Erste Bißproben ergaben ein Alter von rund 1200 Jahren. Wahrscheinlich handelt es sich um die Schlußstrophen. Dieser Schluß schließt nicht aus, dass noch weitere Einzelheiten aus dem Leben des Recken Günter bekannt werden. Wir arbeiten daran!

 

 

 

 

Wenn Günter einst verstorben ist

Der Pastor dies am Grabe liest:

 

„Der Günter schaut vom Himmelszelt

Herunter nun auf diese Welt.

Wir alle waren seine Freunde.

Niemand macht’ er sich zum Feinde.

War klug und sorgsam, stets besonnen.

Hat niemals einen Streit begonnen.

Nie zornig, unbeherrscht. Stets heiter…“

Und so gehn die Lügen weiter.

 

Und Einhard fragt zum Schluß geduldig:

Was ist an Günters Krankheit schuldig?

Die Antwort lautet allemal:

 

In Andernach ist Karneval

 

von Jahrbeginn bis Jahreswende.

Da Günters Stärke heißt „beharren“

macht er ganzjährig sich zum Narren.

Und damit ist das Lied zu Ende.

 

 

 

 

 

4. Beifälschungen

 

Zugleich ein Nachtrag zu: Hans Constantin Faußner, Wibald von Stablo. Seine Königsurkunden und ihre Eschatokollvorlagen aus rechtshistorischer Sicht (= Quellen und Erörterungen zu Wibald von Stablo). Teil 1-4, Hildesheim: Olms 2003.

 

 

 

4.1 Urkunden zu Ritter Günters Steigbügelhalter Kellerassel            

Gefälscht von Gerd Unverfehrt: <383avrF5i0sroU1@individual.net>

 

Leopold Beinpinkel schrieb bezüglich des Günterliedes an Einhard:

 

>> Dumm oder dümmer?

 

> Dumm ist er wie ein Haufen Stroh,

> drum findet er auch nicht aufs Klo.

> Er nennt sich Leo Pinkelbein

> und pinkelt sich die Hose ein.

 

> Noch dümmer als das Pinkelbein

> kann nur 'ne Kellerassel sein.

> Und wenn ich sie an Leo messe –                

> Ihr Vorzug ist: Sie hält die Fresse.

4.2 Das Nibelungenlied

Gefälscht von Johannes Seppi: <EqNTd.68747$2e4.52595@news.chello.at>

und <E6OTd.68849$2e4.1781@news.chello.at>

 

Do sprach der herre Gunter,                er waz des Illigs mann,

laz mich, die schmach zu raechen         ze Graefelinge gan,

do schribt min edler herre        der zeiten spruenge lehr

damit bring ich zuschanden                   dez Gerhards ueble maer

 

Wann einst in alten ziten                       kinder nit schlafen kunt

do ruestete die amme                           sich zu der maerchen stund

erzaehlte dann von Einhard                  die kinder warden bang

doch wie sie aelter wurden                   sie glaubten es nicht lang

 

 

 

4.3 Muselmanische Geschichtsschreiber

Gefälscht von Johannes Seppi: <SLpSd.62255$2e4.56858@news.chello.at>

 

Da waren doch in Cordoba
vordem die alten Araba,
die lebten in Verstecken,
den Günter wohl zu necken.
Und wie!

 

 

 

5. Übersetzungen und Varianten

 

5.1. Das Günterlied auf Althoch-Tibetanisch [?]

Mitgeteilt von Hannes Zach und Tawa Dashi, Korrespondent der „Lhasa News“, in: t7s5215etp8u6su0bbqhog9k5ricu7rphl@4ax.com  und in mk4921tugl14i9jj0pnek7aef3qbe90ibu@4ax.com

 

 

Die Universität von Lhasa gibt bekannt, dass in einem Salzblock im

Himalaja Fragmente eines Textes in einer unbekannten Sprache gefunden

wurden, bei deren Transkription in die lateinische Schrift mehrmals

die Lautfolgen „G[ue]nt[e]r“ und „[I]Il[i]g“ entdeckt wurden. Experten sind der Meinung, dass es sich dabei um eine vorchristliche Fassung des Günterliedes handeln könnte.

 

Experten des Max-Planken-Instituts für Frühgeschichtliche Linguistik,

Semantik und Etymologie in Chengdu versuchen derzeit unter

Zuhilfenahme superschneller C-14er den Text zu entziffern und zu datieren.

Dieses Forum erhebt den Anspruch, die inzwischen als Althoch-Tibetanisch identifizierten Textfragmente samt einer zeilengleichen Neuhoch-Deutschen Parallel-Übersetzung nunmehr erstmals zu veröffentlichen:

 

 

 

 

 

Althoch-Tibetanischer Urtext und Neuhoch-Deutsche zeilengleiche Parallelübersetzng

 

dr Guenter sprch grn w n bch                          Der Günter sprach gern wie ein Buch

vn pflzn d s nmls gb                                         Von Pfalzen die es niemals gab

fr vl wrs w bsr flch                                           Für viele war’s wie böser Fluch

wnn r n hrn hrn lg.                                           Wenn er in ihren Ohren lag.

 

d ztnsprng nd mstr Illg                          Die Zeitensprüng’ und Meister Illig

Rbt gr vln dn vrstnd.                                        Raubten vielen den Verstand.

dnn st ds flsch ch nch s wllg.                            Denn ist das Fleisch auch noch so willig.

dr gst strbt drch slch frvlrhnd.               Der Geist stirbt durch solch Frevlerhand.

 

[unleserlich]                                                     [ebenfalls unleserlich]

 

d ztnsprng snd shr schlch                                 Die Zeitensprünge sind sehr sachlich

s sprch dr Gntr we bklppt.                               So sprach der Günter wie bekloppt.

nd mstr Illg, dr vm fch s'                                  Und Meister Illig, der vom Fach is’,

dr nckt mt dm dnkrkpf.                                   Der nickte mit dem Denkerkopf.

 

[unleserlich]                                                     [noch immer unleserlich]

 

m nd wsst jds knd -                                         Am Ende wusste jedes Kind -

s schll s jdm fnlch:                                            Es scholl aus jedem Ofenloch:

ud wnn s ncht gstrbn snd                                 Und wenn sie nicht gestorben sind

s lgn s ch ht nch.                                              So lügen sie auch heute noch.

 

 

 

 

 

5.2 Die „Schüttbier“-Fassung (um 800)

Mitgeteilt von Hannes Zach, in: f5862112cfb5qtec56ibfbi63ibi3qk95g@4ax.com

 

 

Das nachfolgende, von einigen Skeptikern für apokryph gehaltene

Günterlied, wurde durch puren Zufall entdeckt. Die englische Paläontologin Michaela G. L. Maillie fand bei einer ihrer katastrophischen Alpen-Rundgänge 12 mumifizierte

Gletscherkatzen, in deren Bauchhöhlen versiegelte Tongefäße eingenäht

waren.

 

In diesen, mit archaischer Ton- und Lehmkunst verzierten Gefäßen,

fanden sich Meerschweinchenhäute, auf denen sieben Bücher einer

archaischen Fassung des Günterlieds niedergeschrieben waren.

 

Die schlicht gehaltenen Worte, der Paarreim und der Eingangs genannte

Name „Schüttbier“ lassen vermuten, dass es sich hier um ein frühes Heldenepos

handelt, verfasst von einem gewissen Schüttbier. Aber das sind nur Vermutungen, Andernacher Experten sind noch mit der Auswertung beschäftigt.

 

 

Prolog

 

Vernehmet nun aus Schüttbiers Munde

Die wundersame, wahre Kunde

Wie sie sich hat wohl zugetragen

Vor gar nicht mal so vielen Tagen.

 

Noch künden wird’s in 1000 Jahren

Vom Günterchen dem Wunderbaren,

Dem größten Sohn der ganzen Eifel.

Das steht wohl außer jedem Zweifel!

 

 

1. Buch

 

Als Günter noch ein Jüngling war,

Mit schönem, dicht gewachsnem Haar,

Da ging ihm Zank und Streiterei

Die meiste Zeit am Arsch vorbei.

 

Er lebte froh, vom Morgen an,

Beliebt bei Weib, Hund, jedermann;

Noch wenn des Abends Schoppen rinnt

War er stets frohgemut gesinnt.

 

So wohnte er tagaus, tagein

In seinem kleinem Eigenheim.

War bieder, fromm, lebte nicht schlecht.

Kurzum: Er war ein toller Hecht.

 

Doch als die Haare wurden lichter,

(In Ohr und Nase aber dichter),

Und er den Job verlor als Lehrer

Wurd’ obiges Verhalten schwerer.

 

Erst sann er hin, dann sann er her,

Macht Frau und Kind das Leben schwer.

Sein Weib, zuvor die gern Gesehne

Taugt nur zum Tragen seiner Gene.

 

Der Müßiggang nahm überhand,

Worauf in seinem Kopf entstand

Mit immer stärkerer Empfindung:

Der Wunsch nach etwas Weiterbildung.

Er dachte vor, er dachte nach,

Was gäb’ es wohl in Andernach

Das schulen könnte den Verstand

und stillen seinen Wissensdrang?

 

 

Wie wär’ es etwa mit dem Graecum?

Als hübschem Zusatz zum Latrinum.

Wie wäre es mit der beliebten,

doch unverstandnen Sprach’ der Briten?

 

Zu guter Letzt war er jedoch

(Weil er so gerne Erdöl roch)

Entschlossen, voller Phantasie

Zu inskribieren in Chemie.

 

Er sah schon wie man applaudierte,

seiner Klugheit, dass nichtoxidierte

Kohlenwasserstoffe und derlei

ganz simpel hießen: CO2.

 

Doch wissen wir: Die Götter lenken!

Da kann der Mensch noch so viel denken.

Das Schicksal hat was andres vor

Mit unserem  hoffnungsvollen Tor.

 

 

2. Buch

 

An einem trüben Junitag

(so einem, den man gar nicht mag),

Da traf er, äußerst bildungswillig

In einem Bierzelt auf Herrn Illig.

 

Der nannte sich Privatgelehrter,

freier Autor, Textverwerter.

Doch ganz besonders war der Mann

Von der Geschichte angetan.

 

Der Illig hatte damals schon

`ne ganz besondere Vision:

Er sah in Klöstern, deutschen, welschen,

Mönche, die Geschichte fälschen.

 

Vom Charles le Magne, der in Aachen

Quasi begann sich breitzumachen.

Und Pfalzen baute unverfror’n

In Aachen, Forchheim, Paderborn.

 

Das alles war erfunden da,

Von  Afri- bis Amerika.

Ja selbst die alten Pharaonen

In andren Zeiten müssten wohnen.

 

 

 

 

Und dass vom Jahr sechs-eins-vier

Von China, Persien und allhier

Bis weit hinein nach neun-eins-eins

Der Jahre war da leider keins.

 

Als dies aus kund’gem Mund vernommen

Der Günter, war er ganz benommen

Von Königslisten, Jahreszahlen,

Von vielen Fehlern in Annalen,

 

Die ihm der Illig hat verraten.

Er war an einen Mann geraten

Der ihn mit seinem Intellekt

Im Sauseschritt hat angesteckt.

 

Kaum wagte er es auszusprechen:

Darf ich für dich die Zeche blechen?

Ja, nickte Illig, und im Nu

Waren die beiden auch per Du.

 

Der Illig, von Natur nicht dumm,

Lacht sich innerlich zwar krumm,

Jedoch nach Außen gab er sich

Bierernst, treudeutsch. Und fragte schlicht:

 

Hör mir mal zu, o Günter mein,

Willst du die Stimme von mir sein

Im großen, weiten World-Wide-Web!

Sprach Günter: Ich versteh’s zwar net,

 

Weil Englisch nicht das Meine ist.                   

Und manch Vokabel man vergisst.                  

Doch da es sagt mein Prinzipal

Will ich es tun, Zig-Tausendmal.

 

Sie wurden alsbald einig sich:

Iillig war Chef, Günter der Stift,

Der alles was sein Meister sagt

Restlos verteidigt - ungefragt!

 

Das war der Anfang der Verflechtung,

Und intellektuellen Knechtung

Des Günter L. aus Andernach. -

Buch Drei, das folgt in Bälde nach.

 

 

Noch eins: Die, die die zwei dort sahen

Die schworen heilig noch nach Jahren:

Dass sie inmitten allen Trubel

Erlebten beider Seelenjubel.

 

Ein sanftes Licht hat sie umglommen,

Als beide sich, schon stark benommen,

Vom Andernacher Geifertropfen,

Einander auf die Schultern klopften.

 

 

[Anmerkung des Herausgebers: Die Wendung „Weil Englisch nicht das Meine ist“ (Buch 2, Strophe 12, Vers 1) klingt sehr nach der Sprachgewalt des Lyrikers Heinz Blüml. Womöglich ist „Schüttbier“ eines seiner sprechenden Pseudonyme.]                       

 

 

 

 

6. Literatur

 

Ein vollständiges Literaturverzeichnis wurde durch durch die amerikanische Bibliographin Google Groups zusammengestellt und des öffentlichen Interesses wegen unter dieser Adresse weltweit veröffentlicht:

 

<http://www.google.de/groups?as_uauthors=guenter%20lelarge%20&as_drrb=b&as_mind=1&as_minm=1&as_miny=1985&as_maxd=1&as_maxm=3&as_maxy=2005&as_scoring=d&lr=&hl=de>

 

Das Literaturverzeichnis enthält unter dem Verfassernamen Günter Lelarge 22.500 Einträge (am 1. März 2005, 21:00 MEZ).

 

 

 

 

7. Register (in Auswahl)

 

Erarbeitet von Prof. Dr. mult. Google Groups von der weltberühmten Princeton University

 

Personen                                                       Sachen

 

Anwander                    120                             Arsch                          136

Chladek                       1290                           dsg                              93

Einhard                        240                             Erdöl                           120

Heinsohn                     337                             Fälscher                       320

Illig                              3380                            Fälschung                    516

Karl                             1650                           Falle                            256

Karl der Große            363                             Karolinger                   517

Mann                           613                             Katastrophe                 640

Schütte            102                             Katze                          38

Topper                        159                             Komet                         58

Untermann                   315                             Lüge                            409

Velikovski                   197                             Lügner                         300

(auch –ovsky,                                                 Mammut                      52

-owski und –owsky)                                       Meinertreu                   6

                                                                       Mediävisten                 300

                                                                       Pfalzkapelle                 682

Orte   

                                                          

Aachen                        1180                           Rumpler                       104                 

Bamberg                      176                             Salz                             335

Bayern                         382                             Urkunden                    588                 

Cordoba                      118                             Wahrheit                      647

Köln                            651                             Zeitensprünge              469

Maria Laach                47                              

New York                   88                              

Regensburg                  353